2016 – Südafrika

Eine Reise voll guter Hoffnung an den südlichsten Zipfel Afrikas

Das Jahr 2016 brachte ein Jubiläum für Südafrika mit sich. Denn vor genau 300 Jahren kamen die ersten Hugenotten aus Frankreich in der Region des Kaps an. Um diesem Ereignis einen symbolischen Charakter zu verleihen, lud der Leiter der Organisation „Frontline Fellowship“, Peter Hammond, unseren Chor zu mehreren Konzerten ein, darunter auch eines am Denkmal der Hugenotten in Franschhoek.

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„Auf dem Weg zum Kap…“
Hier in Europa war der Herbst schon längst ausgebrochen, doch das Denkmal, von einem blühenden Garten voller Sonne umgeben, lud direkt zu einem Open-Air-Konzert ein:
„Die Sonne brannte nur so auf uns herunter, als wir zu singen begannen, und nach wenigen Augenblicken schon waren einige der Gesichter hochrot durch die sengende Hitze…“

Anschließend wurden wir mit ausgezeichneten Picknicks verwöhnt und genossen die wundervollen Momente, in denen wir uns ausruhen konnten und auch viel Spaß zusammen hatten. Nicht selten hörte man das schallende Gelächter von Dennis durch den ganzen Garten schallen, nachdem Samuel mal wieder einen guten Witz gerissen hatte. Selbst diejenigen, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren, konnten sich eines Lächelns nicht erwehren. Lachen ist wirklich international, das haben wir erkannt. Mit dieser tollen Stimmung hatten wir die perfekten Zutaten für eine erfolgreiche Tournee.

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Wir hatten die Gelegenheit, unser Repertoire in geschichtsträchtigen Orten vorzutragen; dort, wo Völker, die ganz unterschiedlich sind, ein erfolgreiches Zusammenleben erlernen mussten. In unserem Chor wurden die Grenzen zwischen den verschiedenen Ländern ausgelöscht. Nur die Freude und die Motivation, unsere Botschaft der Hoffnung zu verbreiten, haben uns während unserer Tournee angespornt.
Versetzen Sie sich in eine mehr als dreihundert Jahre alte Kirche, wo unsere Lieder und das Adagio des Orchesters widerhallen. Diese Kirche ist übrigens die älteste in Südafrika, welche noch in Betrieb ist. Die jubelnden Klänge unseres Orchesters ließen das von Künstlerhänden geschnitzte Gebälk mitschwingen. Es war einfach ein traumhaftes Erlebnis!

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Trotz eines sehr straffen Programms war uns auch etwas Tourismus vergönnt:
So fuhren unsere drei Busse an der Küste des Atlantiks entlang und es war sehr amüsant, den Kommentaren all derer zuzuhören, die meinten, endlich einen Wal erspäht zu haben, wenn die Wellen sich über dem vermeintlichen Riesenfisch brachen, der sich letztendlich doch nur als Fels herausstellte!

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Anschließend ging es weiter Richtung der Spitze des Kaps und des Tafelbergs:
Alle diejenigen, die schon längst vergessen hatten, was Winter bedeutet, wurden kurz und schmerzhaft wieder daran erinnert. Eine Gondelbahn brachte uns die 700 Meter hinauf auf den Tafelberg.

Auf dem Gipfel waren es vielleicht gerade einmal 10°C. Die Schweizer Sänger waren ganz stolz, festzustellen, dass ihre bahnbrechende Technologie für Seilbahnen selbst hier am anderen Ende der Welt genutzt wurde. Die Gondelbahn war 1997 von den Schweizern erbaut worden. Ein paar Abenteurer unter den Sängern unseres Chores nahmen die Herausforderung an, zu Fuß wieder hinabzusteigen, das jedoch nicht ganz mühelos – ein paar Krämpfe am nächsten Morgen gehörten dazu.

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Nach diesen unvergesslichen Augenblicken in der Region des Kaps erreichten wir die Hügellandschaft in Natal. Wir waren zu einem einmaligen Konzert am Dienstag Abend um 20 Uhr eingeladen. Am Vorabend trafen wir auf dem sehr schönen Gelände 1000 Meter über dem Meeresspiegel ein und besichtigten erst einmal die Gegend: Avocadoplantagen, Paprikagewächshäuser, eine Fabrik zur Abfüllung von Quell- und aromatisiertem Wasser, das im ganzen Land vertrieben wird.

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An diesem Abend hatten wir einige Bedenken. Die Wettervorhersagen sahen nicht sehr rosig aus, es wurden Gewitter und starker Regen vorausgesagt. Trotz aller Unannehmlichkeiten, die solch schlechtes Wetter mit sich bringen kann, ließen sich die Südafrikaner nicht entmutigen und wir zählten 4000 Personen zu unserem Publikum. Unser Repertoire mit mehreren englischsprachigen Zugaben faszinierte die Zuschauer.

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Doch alle guten Dinge finden einmal ein Ende… und schon waren wir auf dem Weg zum Flughafen, um nach Europa zurückzukehren. Als wir im Flugzeug saßen, fehlten uns schon die begeisternden Augenblicke der Konzerte, und die Flugbegleiter und anderen Passagiere begannen den Rückflug unter Begleitung unserer Lieder… und sie applaudierten sogar.

Wir möchten uns vor allem bei Peter, Sharon, Philipp und Arno für die ganze Organisation sowie ihr Engagement uns gegenüber bedanken. Wir werden uns noch lange Zeit an diese Tournee erinnern, die zu den Höhepunkten unseres Chors gehört und die es uns ermöglichte, andere Kulturen zu entdecken, neue Bekanntschaften zu schließen und unsere sprachliche Vielfalt zu bereichern.

Aber viel mehr noch all das haben wir festgestellt, dass unsere Länder über einen großen kulturellen Reichtum verfügen, der unseren Kontinent geformt hat. Auch heute noch verleiht er uns große Begeisterung und Elan, um unsere Reisen und unser Singen fortzusetzen, damit Europa nicht vergisst, woher seine Kraft kommt.

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